THEATER IN VECHTEL

    
“WO IST DIE KETTE VON HENRIETTE”
    
Herzlich willkommen im Theatersaal auf dem Haneberg.
Ja, Du siehst richtig, ich bin es Charly.
Im Dezember jährte sich sein Todestag zum 25. Mal.

Wir leben in schwierigen und gefährlichen Zeiten.
Deshalb zu beginn eingige Zeilen des kleinen Kommödianten
und Vagabunden mit dem schwarzen Bart
aus seinem Anti-Hitler-Kriegsfilm 1940 Der Diktator:

Entschuldigung, ich möchte kein Weltherrscher sein -
das ist nicht mein Geschäft!
Ich möchte niemanden beherrschen oder erobern.
Ich möchte jedermann und jeder Frau helfen.
Wir alle möchten einander helfen,
menschliche Wesen sind so geschaffen.
Wir alle leben durch die Fröhlichkeit der anderen,
nicht durch das Unglück der anderen.

Das Leben kann frei und schön sein.
Aber wir haben den Weg verloren.
Gier hat die Seele der Menschen vergiftet,
hat uns wie Gänse in Leid und Blutvergießen getrieben.
        
Laß uns für eine neue Welt kämpfen.
Brutale Typen haben die Macht ergriffen,
aber sie lügen.
Sie erfüllen nicht ihre Versprechen, sie werden es nie tun.
Diktatoren befreien sich selbst,
aber sie versklaven die Leute.

Lachen trotz der Arbeitslosigkeit und des Weltenbrandes,
das lehrt uns der große Engländer.
Trotzdem Lachen, wenn es eigentlich nicht zum Lachen gibt.
Damit sind wir beim heutigen Theaterstück.


Unsere Laienspieler haben heute Abend
ein verwickeltes Stück mit einem ernsten Hintergrund
in petto.
Die Handlung ist dramatisch eingerichtet
auf einen anderen Begriff ebenfalls dem Italienischen:
“in flagranti”.

Die naheliegendste Deutungen ist die Juristische:
Der Staatsanwalt hat im Prozeß leichtes Spiel,
wenn der Übeltäter “in flagranti” erwischt wird.
Auf frischer Tat überführt.
Auf italienisch heißt das: Der Augenschein spricht für sich.

Um denselben Sachverhalt geht es heute Abend,
aber nicht als Straftat,
sondern als Aufdecken des Verrats in einer Beziehung.
Wie kann man das erklären?
Am präzisesten sagt es ein kleiner
Witz:
Das Kind versteht seine Mutter nicht mehr.
Mama hat geweint und der Grund
war nicht besorgniserregend:
Das Kind hatte Mama gefragt:
Warum weinst du?
“Papa hat eine Freundin!”
Warum ist das so schlimm - fragt der Kleine?
Ich habe doch auch mehrer Freundinnen
und Freunde?
        
Im Mittelpunkt unseres Theaterstücks steht,
jene Handlungsweise, die nicht mit Strafe bewehrt ist.
Die aber trotzdem auch bei uns nicht gesellschaftlich
anerkannt ist.

Bitte “in flagranti” nicht verwechseln mit flagellanti,
dass sind fromme christliche Menschen,
die sich selbst geißeln.

Wie sagt - und damit komme ich zur theologischen Deutung -
der Theologe Schleiermacher:
"Eifersucht ist eine Leidenschaft,
die mit Eifer sucht,
was Leiden schafft".

Und jetzt zum Theaterspiel!
Was braucht ein Mann,
wenn er A kein Geld und B eine Geliebte hat?
Antwort: Eine Erbtante und eine sturmfreie Bude.

Gisbert Schmalz, von Martin Bertels dargestellt,
hat seine Erbtante Henriete,
gespielt von Anette Schwekendiek, zu Besuch.
Die Tante piesackt und tyrannisiert seine Familie,
vor allem seine Frau Waltraut,
verkörpert von Bernadette Denningmann.
Als seine Frau Tante Henriette zur Kur bringen will,
lädt er sich seine Geliebte Marlene Stupps,
gespielt von Yvonne Demel, ein.
Auch Monika Harbecke, in der Rolle der Tochter Gabi Schmalz,
möchte mit ihrem Freund Ingo Blau,
einem ewigen Studenten,
dargestellt von Klaus Hartmann,
die vermeintlich sturmfreie Bude nutzen.

Maria Gram, von Gudrun Kuhlmann-Möllenhoff gespielt,
ist als neugierige Nachbarin mit ihrem Ehemann Siggi Gram,
alias Wilfried Demel, mit von der Partie.

Wenn man eine Geliebte hat,
so hat diese häufig einen eifersüchtigen Ehemann.
Das ist in diesem Fall der Ringkampfmeister Otto Supps,
gespielt von Dieter Holthaus.

Für die Feinabstimmung ist wie in jedem Jahr
Hermann Timmer verantwortlich
und als Souffleuse sorgt Inge Holthaus dafür,
dass niemand stecken bleibt.
Es fehlt auf unserer Bühne Stefan Hermann,
der einige Monate für die Role des Ingo Blau geprobt hat
und dann wegen einer Operation absagen mußte.
        
Die Sportfreunde Vechtel und alle Mitwirkenden
wünschen kurzweilige Unterhaltung:

Give them a warm welcome - würde der Amerikaner sagen:
begrüßen sie mit einem wohlwollenden Applaus
die Vechteler Laienspielschar.


Charley Chaplin
1889 - 1977 Vevey am Genfer See

1915 The Tramp
1940 The Dictator

Der kleine Vagabund mit dem schwarzen Bart.


http://www.mistral.co.uk/hammerwood/chaplin.htm


In his inspired films "Modern Times" and later in 1940 with "The Great Dictator" Charles Chaplin urged a new conception, to avoid greed, to avoid machine minds and to embrace humanity. He appreciated and warned of the dangers of both power and mechanical automation - now electronic or biological. His words and vision stretch far: his soldiers of light are needed now to fight spiritually the worship of materialism and consequent environmental damage just as they were physically in 1940.

Chaplin's presentation of The Great Dictator:

"Speak - it is our only hope"

"Hope -
I'm sorry but I don't want to be an Emperor -
that's not my business -
I don't want to rule or conquer anyone.
I should like to help everyone if possible,
Jew, gentile, black man, white.
We all want to help one another,
human beings are like that.

Entschuldigung, ich möchte kein Weltherrscher sein -
das ist nicht mein Geschäft!
Ich möchte niemanden beherrschen oder erobern.
Ich möchte jedermann und jeder frau helfen.
Wir alle möchten einander helfen,
menschliche Wesen sind so geschaffen.
Wir alle leben durch die Fröhlichkeit der anderen,
nicht durch das Unglück der anderen.

We all want to live by each other's happiness,
not by each other's misery.
We don't want to hate and despise one another.
In this world there is room for everyone
and the earth is rich and can provide for everyone.

The way of life can be free and beautiful.
But we have lost the way.

Greed has poisoned men's souls -
has barricaded the world with hate;
has goose-stepped us into misery and bloodshed.

Das Leben kann frei und schön sein.
Aber wir haben den Weg verloren.
Gier hat die Seele der Menschen vergiftet,
hat uns wie Gänse in Leid und Blutvergießen getrieben.

We have developed speed but we have shut ourselves in:
machinery that gives abundance has left us in want.
Our knowledge has made us cynical,
our cleverness hard and unkind.
We think too much and feel too little:
More than machinery we need humanity;
More than cleverness we need kindness and gentleness.



Without these qualities, life will be violent and all will be lost.

The aeroplane and the radio have brought us closer together.
The very nature of these inventions cries out for the goodness in men,
cries out for universal brotherhood for the unity of us all.
Even now my voice is reaching millions throughout the world,
millions of despairing men,
women and little children,
victims of a system that makes men torture and imprison innocent people.
To those who can hear me I say "Do not despair".

The misery that is now upon us is but the passing of greed,
the bitterness of men who fear the way of human progress:
the hate of men will pass and dictators die
and the power they took from the people ,
will return to the people and so long
as men die [now] liberty will never perish. . .

Soldiers - don't give yourselves to brutes,
men who despise you and enslave you -
who regiment your lives, tell you what to do,
what to think and what to feel, who drill you,
diet you, treat you as cattle, as cannon fodder.

Don't give yourselves to these unnatural men,
machine men, with machine minds and machine hearts.
You are not machines. You are not cattle. You are men.
You have the love of humanity in your hearts.
You don't hate - only the unloved hate.
Only the unloved and the unnatural.
Soldiers - don't fight for slavery, fight for liberty.

In the seventeenth chapter of Saint Luke it is written
"the kingdom of God is within man "
- not one man, nor a group of men -
but in all men - in you, the people.
Im siebten Kapitel des Evangeliums von Lukas steht geschrieben:
Das Reich Gottes ist unter den Menschen.
- nicht ein Mann oder eine Gruppe von Menschen -
aber in allen Menschen - in Euch, dem Volk.

You the people have the power,
the power to create machines, the power to create happiness.
You the people have the power to make life free and beautiful,
to make this life a wonderful adventure.
Then in the name of democracy let's use that power -
let us all unite.
Let us fight for a new world,
a decent world that will give men a chance to work,
that will give you the future and old age and security.
By the promise of these things,
brutes have risen to power, but they lie.
They do not fulfil their promise, they never will.
Dictators free themselves but they enslave the people.
Laß uns für eine neue Welt kämpfen.
Brutale Typen haben die Macht ergriffen,
aber sie lügen.
Sie erfüllen nicht ihre Versprechen, sie werden es nie tun.
Diktatoren befreien sich selbst,
aber sie versklaven die Leute.


Now let us fight to fulfil that promise.
Let us fight to free the world,
to do away with national barriers,
do away with greed, with hate and intolerance.
Let us fight for a world of reason,
a world where science and progress will lead to all men's happiness.


Soldiers - in the name of democracy, let us all unite!



in petto
italienisch: brust

In flagranti
flagelli = geißeln
sie haben sich nicht verhört:
nicht von flagellanten ist die Rede -
das waren christliche Menschen,
die sich mit Ruten in der Fastenzeit
selbst gezüchtigt haben.

In flagranti -
was bedeutet das?
flagrante; Flagranza Augenscheinlichkeit
                                
Am präzisesten sagt es ein kleiner
Witz:
Das Kind versteht seine Mutter nicht mehr.
Mama hat geweint und der Grund
war nicht besorgniserregend:
Das Kind hatte Mama gefragt:
Warum weinst du?
“Papa hat eine Freundin!”
Warum ist das so schlimm?
Ich habe doch auch mehrer Freundinnen
und Freunde?

Der Kindermund versteht noch nicht
die Gefühlslage der Erwachsenen:
Da wird eine Freundin zu sehr Freundin.
Aber sehen sie gleich selbst,
welche Gefühlslagen erzeugt werden.

http://www.uni-oldenburg.de/presse/f-aktuell/9720ebsc.htm



Forschung aktuell
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Eifersucht - ein Kind der Liebe

von Dr. Annette Schmitt

(Eine Kurzinformation finden Sie hier)

"Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft", beschrieb der Philosoph Friedrich E.D. Schleiermacher die Eifersucht.


Eifersüchtige erleben in dieser Situation vor allem Ärger über ihren Partner, der keine Rücksicht auf ihre Gefühle nimmt und eine Kränkung des Selbstwertgefühls. Ärger berichten mit 94% beinahe alle ErzählerInnen von Geschichten über die Vernachlässigung. Auch Selbstwertzweifel (unter diesem Begriff fassen wir auch eine Kränkung des Selbstwertgefühls) schildert ein Großteil der ErzählerInnen (78%), die sich vernachlässigt fühlten. Beide Gefühle, Ärger und Selbstwertzweifel, werden in Vernachlässigungsgeschichten häufiger berichtet als in Geschichten über die beiden anderen Eifersuchtsanlässe, die unsere ErzählerInnen beschrieben hatten.

Vermutete Untreue

Während bei der Vernachlässigung durch den Partner die eifersüchtige Person (noch) nicht an die sexuelle Untreue denkt, stehen diese Gedanken bei dem Anlaß "vermutete Untreue" ganz im Vordergrund. Eifersüchtige meinen oft, aus bestimmten Anzeichen die bereits erfolgte oder zukünftige Untreue der geliebten Person erkennen zu können, sind sich aber nicht sicher, ob dieser Verdacht berechtigt ist. Typisch dafür ist, daß die vermutete Untreue in der Phantasie ausgemalt wird und Beweise (oder auch Gegenbeweise) für die eigene Vermutung gesucht werden. Beispiel für ein solches Verhalten: "Nachdem mein Mann bereits zwei Stunden bei seiner Ex-Freundin im Nachbarhaus verbracht hatte, war das Feuer der Eifersucht entfacht. Es loderte mit hellen Flammen, und ich warf immer mehr Holz rein. Nein, dachte ich, das kann ja nie solange dauern, vielleicht feiern sie Versöhnung oder küssen sich gerade oder noch schlimmer. Inzwischen stand ich nur noch am Fenster - brennt das Licht noch, war da nicht gerade ein Schatten, hörte ich nicht Gelächter?" Die Suche nach Beweisen schildert eine Erzählerin so: "Ich habe dann meinen Freund beobachtet, und jede Nachlässigkeit und Mißgestimmtheit seinerseits schien ein Beweis für seine Untreue zu sein. Schließlich war mein Mißtrauen so groß geworden, daß ich nach Briefen gesucht habe. Tatsächlich wurde ich fündig, als ich voller Schuldgefühle, weil ich in den Intimbereich meines Freunds einfach so einbrach, seinen Schreibtisch durchwühlte. Ich hoffte, konkrete Hinweise auf die 'Schuld' meines Freundes zu finden, doch war das, was ich las, vieldeutig und ließ meiner Phantasie viel freien Raum."

ErzählerInnen, die Untreue ihrer Partner vermuteten, erlebten dabei vor allem Angst davor, der Verdacht könne sich bestätigen und die Liebe könne verloren sein bzw. verloren gehen. Dies berichteten 80% jener ErzählerInnen. Das ist ein deutlich höherer Anteil als er sich bei den VerfasserInnen von Vernachlässigung- und Gewißheitsgeschichten fand.

Gewißheit über Untreue

Als dritten möglichen Anlaß für Eifersucht fanden wir die Gewissheit über die Untreue. Bei diesem Anlaß besteht Sicherheit über die sexuelle Untreue des Partners. Zu dieser Überzeugung kommt die eifersüchtige Person entweder, weil sie selbst Zeuge des intimen Verhältnisses wurde, weil die Untreue gestanden wurde oder aber weil unwiderlegbare Beweise vorlagen. Ein Beispiel: "Jedenfalls habe ich zufällig einen Brief von ihm in die Hände bekommen, den er an eine Bekannte geschrieben hat, mit der er sich zu der Zeit öfter getroffen hat. In dem Brief las ich, daß die beiden zusammen geschlafen haben und daß es wohl sehr schön war. Meine körperlichen Reaktionen dabei waren Herzklopfen, Hitze- und Kälteschauer, Kopfschmerzen und Magendrücken, was sich jedesmal wiederholte, wenn ich daran dachte."

Zentral für das Erleben von Eifersucht ist in diesem Fall die Traurigkeit über den Verlust der ausschließlichen Liebe des Partners. Dieses Gefühl erlebten 61% der Eifersüchtigen, die sich der Untreue des Partners gewiß waren. Demgegenüber berichteten nur 33% derjenigen, die die Untreue vermutet hatten, und 44% derjenigen, die sich vernachlässigt gefühlt hatten, von Traurigkeit.



Sendung des ZDF

Doch in Friederikes Wohnung wartet schon Rüdiger, der seine Frau in flagranti ertappen möchte ...
                


http://www.sanktpetersburg.ru/spbsta0010/morenews.php?iditem=150

Damit der allseits geliebte Vogel nicht zum vierten Mal das Opfer von Dieben wird, wurde (Gerüchten zufolge) am gegenüberliegenden Ufer eine Videokamera installiert, die potentielle Bösewichte in flagranti ertappen soll.
                                
    

Buch: Heartbreakers


Das 'Con-Game', also: Lebensunterhalt via Schwindel, ist der attraktiven Mittvierzigerin Max und ihrer Tochter Page in die Wiege gelegt: Vom kleinen Trick zum großen Betrug ist ihre Existenz ganz auf das Übers-Ohr- hauen ihrer Mitmenschen ausgerichtet. So meisterlich gehen Mutter und Tochter vor, dass sie selbst voreinander nicht halt machen. Wer reinfällt, ist selbst schuld. Vor allem im Heiratsschwindel sind die beiden Grifter-Girls kaum zu übertreffen: Max macht die Männer heiß, bis sie die Heiratsurkunde unterzeichnet haben, dann tritt Page auf den Plan und lässt sich in flagranti ertappen